Anno 1800: Geschönte Historie könne Geschichtsbild verzerren

  • :info: Tja ist da was dran? Oder nur heiße Luft? War ja schon Thema in der Union.


    In Anno 1800 (Test) erleben die Spieler – wie in zahlreichen anderen Spielen – eine oftmals sehr einseitige
    Interpretation der Geschichte, die zugunsten des Spielspaßes ihrer Schattenseiten beraubt wurde.


    Der Historiker
    Felix Zimmermann beschrieb das Phänomen im August 2018 ausführlich, Golem.de reflektierte es nun auf Anno. Na was denkt ihr kann das passieren? Es wäre ja nicht so das es schon ähnliches gibt, man denke nur an Werbung, wie viele Kinder denken heute noch Kühe sind lila....

    ComputerBase - Anno 1800: Geschönte Historie könne Geschichtsbild verzerren

  • Man muss doch nur in die Geschichtsbücher reinschauen, nachlesen um zu merken, das Anno 1800 eben tatsächlich nur ein Spiel ist, was "nur" in besagter Zeit Spielt. Nicht mehr und nicht weniger.

    Aber es gibt halt so Vollpfosten, die meinen das Anno oder andere auf eine Geschichte aufbauende Spiele aus der damaligen Realität gegriffen sind.

    Das kann so niemals passieren, denn das, was wir kennen, ist das große ganze, aber niemals den Mikrokosmos z.B. einer Familie anno 1700. Auch Firmengeschichten sind nur von den Großen erfolgreichen notiert, aber die ganzen kleinen und mittleren Unternehmen der damaligen Zeit, gehen fast alle unter oder wurden erst sehr viel später groß.


    Nein, Anno ist und bleibt ein Phantasiespiel und so muss es auch gesehen werden.

    Anno 1503 / AddOn; Anno 1701 / AddOn; Anno 1404 / AddOn :thumbsup: ; Anno 2070 - Die Tiefsee / Anno 2205 - Anno 2205 KE :biere: / Anno 1800 :kaffee1:

  • Das ist ein Spiel... zudem ist es nur Menschlich in unsicheren Zeiten der Verengerung, am alt bewerten Bildern fest zu halten und etwas Verträumt auf die "gute alte zeit" zurück zu schauen. Wie es der zufall, passend zum Kontext will ist die zeit der Industrialisierung so eine Epoche. Da war das Mittelalter total en vogue. Man baute Häuser im Gotischen Stiel, richtete Fachwerk Altstädte wieder her, machte aus Burg Ruinen wieder Burgen, Baute komplett neue (Neuschwarnstein) Oder baute mal so eben Den Kölnerdom. Das ganze aber nur so 50 - 50 mäßig ein teil ist geschichtliches wissen der andere ist "ach so wer es doch schön...) Das trift besonders auf Fachwerk und Burg Ruinen zu , aber das geht zu weit in ´Richtung Architektur es ist ja nur ein bsp. was zeigen soll das man ´schon immer dazu geneigt hat dinge durch die rosarote Brille zu sehen, Geschichtliche Rosinen pickere Quasi.


    In Anno ist das nicht anders und bedrift sogar zwei Große anspeckte des Spiels Strom und Die Kolonisation


    Strom zb. wurde früher durch kohle erzeugt das erste Lukrative öl Kraftwerk ging erste nach dem 2.wk in betrieb.


    Kolonisatzin fand 1800 in Afrika Stadt Süd Amerika war schon fast unabhängig von den Europäern um die Zeit


    Warum so wichtige fakten geändert wurden, erklärt sich von Selbst so bald man das Game spielt. Es ist viel Spaßiger und herausdordernd öl zu verlagern als zu sagen; oh Strom is alle mal schnell 6 neue kohle minen... Der Platzbedarf an minen plätzen, würde explodieren beidem Bedarf und die Ganze Industrialisierung mit Kohlenhütten durchzuführen wehre selbst für ein Spiel lachhaft, aber lustiger gedanke....:4:Bei der-Neuen Welt ist es noch einfacher sie ist schöner und Abwechslung reicher Als Afrika und die Bösen Kolonial verbrechen hat man auch gleich beiseite. Es past halt so besser zusamen wie damals beim aufbau der Burgruinen, Die Plumpsklos wurden zu Prachtvollen Erkern, aus Thronsälen Wohnzimmer,


    Zu dem Punkt: Das es gefährlich wäre, da die Leute es für war halten, was in einem Video spiel mit Geschichtssicht beug geschied, Gelite brigitte, wer nicht hinter fragt verkackt, auch kinder finden irgendwann heraus das Milch nicht aus der tüte kommt und Kühe nicht lila sind.


    • Hilfreich

    ich hab den aufgeführten Bericht gelesen:


    mich erinnert das irgendwie an die damalige Diskussion im Landwirtschafts Simulator, wo sich die Tierschutzorganisation 'PETA' darüber mokierte, dass im Game Schweine geschlachtet werden.


    Auf der andere Seite werden Spiele wie Company of Heroes 2, Hearts of Iron IV etc. bzw. das angesprochene Battlefield einfach so durchgewunken. Diese Spiele verherrlichen den Krieg und das töten von Menschen zu Unterhaltungszwecken ohne dass es Aufschreie gibt. Im Nachgang wundern sie sich dann, dass Kiddys dort die besten Techniken ausprobieren und Amok laufen wie in München vor ein paar Jahren oder in Schulen um sich schießen.


    Man könnte dann auch fast jeden Hollywood Film aus dem Programm nehmen, da auch dort vieles für die Handlung gerade gebügelt wird.

    Da wollte sich mal wieder einer wichtig machen und auch mal in der Zeitung stehen.

    :dlol:

  • Das ist ein Spiel... zudem ist es nur Menschlich in unsicheren Zeiten der Verengerung, am alt bewerten Bildern fest zu halten und etwas Verträumt auf die "gute alte zeit" zurück zu schauen.

    Yap, damals im 19Jhd. gingen Kinder von Arbeitern zur Schule und haben den ganzen lieben langen Tag Himmel und Hölle auf dem Pausenhof gespielt und wenn sie mal nicht in der Schule waren rannten sie mit Hula-Hopp-Reifen und Luftballons durch die Stadt. Würde mich jetzt mal interessieren wie im Jahr 2150 die Leute auf die 12 Jahre Vogelkacka der deutschen Geschichte schauen werden, wenn das so weiter geht.

    Man sollte sich mal fragen wo solche Bilder der "guten alten Zeit" überhaupt herkommen. Anno 1800 kann man auf jedenfall nicht als aufklärerisch bezeichnen.


    Das kann so niemals passieren, denn das, was wir kennen, ist das große ganze, aber niemals den Mikrokosmos z.B. einer Familie anno 1700.

    Schau mal in die Geschichtsbücher, man wird immer wieder Material über die einfachen Leute dort finden. Historiker sind teils wie wild besessen von diesen einfach Dingen, da sie den Altag beschreiben. Dass was BB bei 1800 teils gemacht hat ist schon wirklich übertrieben.


    Ich denke auch das geht absolut zu weit, Anno ist ein "Phantasiespiel" und sollte auch so betrachtet werden, wenn da jetzt auf Genauigkeit der Geschichte Fokus gelegt würde, dann können die direkt neu entwickeln.

    Dann soll BB es auch "Phantaisepsiel im Phantasiejahr" nennen, da können sie dann wirklich machen was sie wollen. Um alle kritischen Themen wird ein Bogen gemacht. Das ganze Spiel ist ja noch nicht mal romantisiert, es wird sich eine Rosarote-Brille aufgesetzt um eine heile Welt vorzugaukeln. Aber für Dynamit-Fischerei ist man sich dann nicht zu schade :rolleyes:

    Das 19Jhd bietet so viel interessantes Material, was BB einfach links liegen lässt. Da lob ich mir dann Spiele wie Frost Punk. Das hat Atmosphäre, 1800 dagegen ist eine Lachnummer.

  • Ich sehe das wie HelpingFriendlyBook überaus kritisch.


    Das Thema Sklaven/Sklavenhandel im Speziellen, aber auch Kolonialismus im Generellen nicht oder verfälscht zu behandeln, bagatellisiert nicht nur die historischen Tatsachen, sondern auch den Umstand, dass die damals begründeten Ausbeutungsstrukturen bis heute wirken. Die afro-amerikanische Bevölkerung in den USA, aber insbesondere auch die Nachfahren afrikanischer Sklaven zum Beispiel in Brasilien, ist bzw. sind in großen Teilen weiterhin sozio-ökonomisch als auch geographisch von den Nachfahren europäischer Einwanderer getrennt. Nur durch die Auseinandersetzung mit der historischen Ursache kann es umfänglich gelingen, die Reste solcher Herrschafts- und Ausbeutungsmechanismen in der heutigen Zeit zu erkennen, zum Beispiel in Sprache, der Marginalisierung (migrantischer) Habitus, aber auch institutionalisiert, wie in polizeilichen Methoden wie "racial profiling", und das alles auch in Deutschland btw. Durch die Vernachlässigung in 1800 wird das Spiel, obwohl das Gegenteil angestrebt wurde, also politisch, weil es herkunftsbedingte Unterdrückung nicht als gesellschaftliches Defizit erkennt und problematisiert. Inwieweit natürlich alternativ Sklaverei ein Gameplay-Element sein kann und darf, maße ich mir nicht an, zu beurteilen. Dennoch bin ich überzeugt, dass die Entwickler in diesem Punkt einem Bildungsanspruch hätten gerecht werden können, ohne den Spielern explizit die Möglichkeit zu geben, von Sklaverei Gebrauch zu machen.


    Außerdem finde ich nicht, dass Videospiele das alleinige Ziel haben müssen, Spaß zu machen und sich "gut" anzufühlen. Ich gehe ja auch nicht in "Blood Diamond" ins Kino, um Spaß daran zu haben. Und als inzwischen weit verbreitetes und etabliertes Medium haben Videospiele eine enorme Wirkungsmacht. Sie können und dürfen also explizit politisch sein, indem sie auch negative Gefühle erzeugen, die zum Nachdenken über gesellschaftliche Realitäten führen. Wer sich beim Einsatz von Sklaven in Baumwollfarmen in Anno 1800 zurecht scheiße fühlt, denkt vielleicht mal darüber nach, inwieweit die eigenen Konsumentscheidungen denen der "Investoren" ähneln und was die Ausbeutung von Arbeiter*innen in Bangladesh, Pakistan oder China, aber auch der durch permanente wirtschaftliche Prekarität zu erniedrigenden Arbeiten gezwungenen Migrantin in Frankfurt von Sklaverei und Unfreiheit unterscheidet und was nicht.


    Edit: Vor allem muss man hier noch betonen, dass diese Entscheidung allein vor dem Hintergrund unternehmerischen Profitinteresses gefällt wurde. Im Kern unterscheidet sich das Problem also nicht von "Indianerfilmen", in denen Ureinwohner von Weißen gespielt werden anstatt von Indigenen, um den Film "relatable" zu machen, oder von Sexismus in Werbung oder bei Heidi Klum auf Pro7.


    Und ich will hier gar nicht die Moralkeule schwingen; als unbedarfter und privilegierter Teenager habe ich früher in so einem Horizont auch nicht gedacht. Aber wenn man im Studium dann Leute kennenlernt, die komplett andere Biographien haben, die von solchen Strukturen geprägt sind, entwickelt man die Ansicht, dass das nicht oft genug thematisiert werden kann.

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